
Künstliche Nasen
Bei der physiologischen (normalen) Atmung gelangt die Luft über die Nase und/oder den Mund in den Nasen-Rachen Raum und von dort über die Luftröhre in die Lungen. Die eingeatmete Luft wird in den oberen Atemwegen (Nasen-Rachen Raum) erwärmt, befeuchtet und gefiltert. Durch die Anlage eines Tracheostomas (künstliche Öffnung der Luftröhre nach außen) endet/beginnt der Atemweg am unteren Hals. Die Atemluft geht den verkürzten Weg direkt in die Luftröhre. Da die oberen Atemwege Nase, Mund, Rachenraum und Kehlkopf von der Atmung umgangen werden, wird die Einatemluft nicht mehr adäquat gefiltert, angewärmt und angefeuchtet. Dies kann zu einer Reizung der Schleimhäute in den Atemwegen, bis zu einer Pneumonie (Lungenentzündung) führen. Deshalb ist es wichtig die Funktionen des Nasen-Rachen-Raumes soweit als möglich auszugleichen. Hierzu empfehlen wir den Einsatz einer künstlichen Nase (HME). In der künstlichen Nase (HME) wird die Wärme und Feuchtigkeit der Ausatemluft gespeichert und bei der nächsten Einatmung wieder an den Patienten zurückgegeben. Des weiteren stellt die künstliche Nase (HME) einen wirksamen Filter für Staub, Schmutz, Insekten etc. dar. Zusätzlich erreicht man mit dem Einsatz der künstlichen Nase eine Erhöhung des (Aus-) Atemwegswiderstandes, der für die optimale Entfaltung und Funktion der Lungenbläschen wichtig ist. Ein physiologischer Gasaustausch wird somit aufrecht erhalten. Künstliche Nasen sind für den Aufsatz auf einen 15 mm-Normkonnektor einer Trachealkanüle gefertigt. Ein Tipp aus der Praxis: Der Wechsel der Einweg-Filter sollte mindestens alle 24 Stunden erfolgen, bei Bedarf auch häufiger. Ein Tracheostomaschutz sollte Tag und Nacht getragen werden, um eine bestmögliche Wirkung zu erzielen. Es dauert in der Regel einige Wochen, bis eine Besserung der pulmonalen Symptome (z. B. Verschleimung) auftritt.

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